Entspannt durch die Trotzphase

Entspannt durch die Trotzphase

Entspannt durch die Trotzphase

Kleine Kinder, großes Theater – Entspannt durch die Trotzphase

Wenn man als Eltern eines Babys in Kaufhäusern, in Fußgängerzonen oder im Schwimmbad anderen Eltern mit ihren vor Wut schreienden Kleinkindern begegnet, löst das meiner Erfahrung nach zweierlei Gedanken und Gefühle aus: als Erstes die Frage, was da wohl in der Erziehung schief gelaufen sein könnte und als Zweites die Hoffnung, dass dieser Kelch einmal an einem vorübergehen möge.

Als Vater größerer oder erwachsener Kinder weiß ich heute zwei Dinge: Der Kelch geht an keinem Elternpaar vorüber und … Eltern in solchen Situationen verdienen keine Vorwürfe, sondern mein Mitgefühl!

Das sage ich nun nicht, weil ich es nicht geschafft habe meine Kinder richtig zu erziehen und auch sie eine solche Trotzphase durchgemacht haben, sondern weil man, wenn man sich damit auseinandersetzt, feststellt, dass diese Zeit, so anstrengend sie für uns Eltern auch sein mag, ganz normal und vor allem auch wichtig ist. Warum das so ist, erkläre ich Ihnen hier und Überlebenstipps für Eltern gibt es gratis dazu.

Wann durchleben Kinder die Trotzphase und warum ist diese so wichtig?

Gerade noch freut man sich über die ersten Schritte oder Worte des süßen Erdenbürgers und schon wird man mit dem ersten wirklich anstrengenden und manchmal peinlichen Entwicklungsschritt im Leben seines Kindes schonungslos und unvorbereitet konfrontiert –  der Trotzphase.

Im Alter zwischen 2 und 5 Jahren sorgt dieser Meilenstein in der Persönlichkeitsentwicklung bei vielen Eltern nicht nur für strapazierte Nerven, sondern gibt ihnen manchmal sogar das Gefühl der Hilflosigkeit, des Versagens oder der Scham, dass sie in ihrer Erziehung versagt haben könnten.

Keine Angst, solche Anfälle sind nicht nur völlig normal und kommen in jeder guten Familie vor, sie sind auch wichtig für die Entwicklung des Kindes. Gerade hat der Sprössling gelernt, dass man für manche Dinge, wie zum Beispiel das Laufen lernen, oft viel Geduld und Ausdauer braucht und sich Beharrlichkeit am Ende auszahlt. Da ist doch die Gelegenheit günstig zu schauen, in welchen anderen Lebenslagen dieses Verhalten noch funktioniert.

So lernt das Kind in dieser Zeit nicht nur seine Grenzen neu kennen und festigt seinen eigenen Willen, es probt sich auch in Durchsetzungsvermögen und Beharrlichkeit und lernt mit Stress und Frust umzugehen und seine Gefühle dahin gehend unter Kontrolle zu bringen und zu regulieren.

Trotzanfall – Wie ein Blitz aus heiterem Himmel

Anlässe, die zu einem solchen Trotzanfall führen, sind für uns Erwachsene oft schwer nachzuvollziehen, doch für Kinder ist mit der einen oder anderen Nichtigkeit einfach der Tropfen gefallen, der das Fass sprichwörtlich zum Überlaufen gebracht hat.

Ein Gewitter, das unbemerkt herangezogen ist und sich über einen mächtigen Blitz aus Frust, Angst, Wut, Sorgen aber auch Unsicherheit entlädt. Zerstörerisch, kurz, aber heftig.

Während die einen schreien, treten oder schlagen, verschließen sich andere Kinder ganz, werfen sich auf den Boden oder setzen sich steif wie ein Brett in eine Ecke und schmollen. Für die Eltern gibt es nur zwei Sachen, auf die sie sich in dieser Zeit sicher verlassen können: es wird ohne Vorankündigung aus heiterem Himmel passieren und es wird irgendwann wieder vorbeigehen.

Wie kann ich auf einen Trotzanfall am besten reagieren?

Jedes Kind ist anders und benötigt in solchen Ausnahmesituationen andere Trigger um sich zu beruhigen. Dennoch können diese 6 Tipps helfen, den größten Schaden abzuwenden:

  • Tipp 1 – Vor allem anderen sollten Sie Ihr Kind vor Verletzungen schützen. In seiner Rage kann es durchaus sein, dass es die Kontrolle verliert.
  • Tipp 2 – Manchen Kindern tut es gut in solchen Momenten festgehalten zu werden und die Nähe der Mutter oder des Vaters zu spüren, die Sicherheit, dass es „trotzdem“ geliebt wird. Wenn Ihr Kind das nicht möchte, lassen Sie es in Ruhe, es beruhigt sich auch von alleine wieder.
  • Tipp 3 – Bleiben Sie vor allem gelassen. Ist Ihr Kind überfordert mit sich und der Welt und merkt, dass Sie als seine Bezugsperson auch nicht wissen was Sie tun sollen, kann die Unsicherheit noch größer werden. Strahlen Sie möglichst Souveränität und Gelassenheit aus.
  • Tipp 4 – Reden Sie in diesen Momenten nicht auf Ihren Sprössling ein, das bringt nichts. Weder schimpfen noch beruhigende Worte werden in einer solchen Situation auf fruchtbaren Boden fallen. Warten Sie, bis der größte Sturm vorübergezogen ist.
  • Tipp 5 – Widmen Sie solchen Vorfällen nicht zu viel Aufmerksamkeit und thematisieren diese nicht allzu sehr. Ihr Kind ist überfordert und macht das nicht um Sie zu ärgern, das könnte sich aber ändern, wenn man mit Aufmerksamkeit welcher Art auch immer „belohnt“ wird.
  • Tipp 6 – Machen Sie nicht den Fehler an sich selbst und Ihrer Erziehung zu zweifeln. Bleiben Sie konsequent und gelassen und nehmen Sie die zeitweilige Ablehnung Ihres Kindes Ihnen gegenüber nicht persönlich.

Kann ich Trotzanfälle meines Kindes vermeiden?

Da die Trotzphase ein wichtiger Teil der Persönlichkeitsentwicklung ist, sollte man Kinder nicht vor Frust, Enttäuschungen oder Verboten schützen. Allerdings kann man dafür sorgen, dass Kinder ausgeglichener sind und den einen oder anderen Rückschlag besser verarbeiten.

  • Tipp 1 – Sorgen Sie im Leben Ihres Kindes für feste Abläufe am Tag. Das kann ein Ritual am Abend sein, aber auch ein stetiger Ablauf nach dem Aufstehen. Das sorgt für Beständigkeit, Vertrauen und Sicherheit.
  • Tipp 2 – Auch im Leben eines Kleinkindes muss es Regeln geben. Stellen Sie diese auf und bestehen Sie auf deren Einhaltung. Hier gilt: Lieber wenige Regeln, dafür sinnvoll und vor allem auch konsequent.
  • Tipp 3 – Hält sich Ihr Kind nicht an eine kommunizierte Regel, muss es Konsequenzen geben. Ausnahmen oder „laisser faire“ verunsichern das Kind und lassen es an Ihrer Verlässlichkeit zweifeln. Wer soll ihm Halt und Beständigkeit in dieser Welt geben wenn nicht Sie?
  • Tipp 4 – Sorgen Sie bei Ihrem Kind für ausreichend Schlaf und Ruhephasen. Sind die kleinen Racker müde oder überdreht, hungrig oder gestresst, ist der Toleranzpegel sehr niedrig angesiedelt und es droht schneller Explosionsgefahr.

Kleine Kinder kleine Sorgen …

Wir können unsere Kinder nicht vor allem bewahren und so bleibt auch uns als Eltern manches eben nicht erspart.

Lassen Sie mich Ihnen aber auch noch zwei wirklich positive wissenschaftliche Erkenntnisse mit auf den Weg durch die Trotzphase geben:

  1. Unsere Kinder testen nur bei den Personen ihre Grenzen bis zum Äußersten aus, bei denen sie sich sicher sind, dass die Liebe und das Vertrauen so tief gehen, dass sie dadurch nicht „verstoßen“ werden. Wenn Ihr Kind Sie also das nächste Mal anbrüllt, seien Sie gewiss: Es liebt Sie und es weiß, dass auch Sie es bedingungslos lieben!
  2. Es heißt, dass die Pubertät entspannter wird, je anstrengender die Trotzphase war. Bleibt also zu hoffen, dass sich die als extrem anstrengend und nervenaufreibend empfundene Trotzphase sich in der Pubertät nicht als Spaziergang herausstellt.
Kochen mit Kindern

Kochen mit Kindern

Kochen mit Kindern

Kochen mit Kindern – machen Sie die Arbeit zum Vergnügen

Kinder sind nicht nur von Natur aus neugierig und wollen ihre Umwelt mit all ihren Facetten und Zusammenhängen erkunden, sie lieben es auch, uns Großen nachzueifern und haben Spaß daran, es uns gleich zu tun.

Da kann es schon vorkommen, dass sich der Junior am Rasierschaum von Papa zu schaffen macht oder die kleine Prinzessin in den High Heels von Mama über den Flur gestolpert kommt. Genau diesen Entdeckerdrang kann man sich in der Küche zunutze machen und so nicht nur das Kind in der Zeit, in der das Essen zubereitet wird, sinnvoll beschäftigen, sondern auch gemeinsame Momente und Erlebnisse schaffen.

Kochen ist lernen mit allen Sinnen

Beim Kochen und Backen lernen Kindern so unglaublich viel und haben oft mehr Spaß daran als am tollsten Spielzeug. Nicht nur, dass sie fasziniert beobachten können, wie sich die Zutaten in leckere Mahlzeiten verwandeln, auch Fähigkeiten und Fertigkeiten werden dabei auf spielerische Art und Weise gefördert.

So wird nicht nur die Feinmotorik und Geschicklichkeit im Umgang mit den verschiedenen Geräten und Utensilien trainiert, sondern auch das Lernen im kognitiven Bereich gefördert. Das Kind lernt neue Begriffe kennen und kann nach kurzer Zeit Gewürze und andere Lebensmittel benennen. Es lernt die Gefahren in der Küche kennen, wird aber auch sicher und selbstbewusst im Umgang mit diesen.

Ich habe für Sie hier ein paar hilfreiche und nützliche Tipps zusammengefasst, wie das Kochen mit Kindern zum entspannten Erlebnis für alle wird und nicht nur das Essen, sondern auch das Zubereiten ein Genuss sind.

Tipp 1 – Die richtigen Aufgaben für Ihr Kind

Welche Aufgaben ein Kind in welchem Alter übernehmen kann, ist sehr wesens- und entwicklungsabhängig. So gibt es Dreijährige, die sehr vernünftig und feinmotorisch begabt sind und es gibt Siebenjährige, denen man noch kein Messer in die Hand geben sollte.

Schätzen Sie daher selbst ab, was Sie Ihrem Kind zutrauen und führen Sie es langsam an immer wachsende Aufgaben und „Verantwortung“ heran.

Achten Sie jedoch immer darauf, dass Ihr Kind motiviert bleibt. Übertrieben gesagt: Ein überforderter Vierjähriger, der auch unter größter Anstrengung es nicht schafft den Fisch zu filetieren, wird genauso schnell die Lust am Kochen verlieren wie ein Achtjähriger, der immer noch nur die Butter mit seinem Plastikmesser die Schüssel streichen darf. Halten Sie daher immer eine Herausforderung für die Kinder bereit ohne sie zu überfordern.

Tipp 2 – Nehmen Sie sich Zeit

Wer mit Kindern kocht der weiß, dass es zu zweit auf keinen Fall schneller geht. Seien Sie aber trotzdem geduldig und beginnen Sie lieber etwas früher mit der Zubereitung des Essens. Ihr Kind braucht nicht nur Zeit neu Erlerntes zu perfektionieren, es will auch kosten und probieren und seinen Wissensdurst mit unzähligen Fragen stillen.

Richten Sie sich daher im Vorfeld darauf ein. Können Sie das aus Zeitgründen nicht gewährleisten, dann machen Sie Ihrem Kind lieber von vornherein klar, dass ein gemeinsames Kochen heute nicht möglich ist. Das ist weniger deprimierend für das Kind als eine genervte oder gereizte Stimmung, die das Erlebnis für alle Zeiten trübt.

Tipp 3 – Hygiene hört nicht mit dem Händewaschen auf

Gewöhnen Sie Ihre Kinder bereits ab dem ersten Moment an Hygiene in der Küche und erklären Sie auch den Sinn und Zweck der Grundsätze. So sollte das gründliche Händewaschen der erste Arbeitsgang sein und Ringe, Armbänder oder Uhren abgelegt werden.

Gewöhnen Sie Ihr Kind im eigenen Interesse auch gleich daran, Abfälle und Müll zu trennen und sofort nach dem jeweiligen Arbeitsschritt in den dafür vorgesehenen Eimer zu befördern. Das erspart nicht nur Arbeit nach dem Kochen, sondern verinnerlicht auch die Arbeitsabläufe. Auch dass man nicht mit den Fingern, sondern vom Löffel nascht, sollte klar sein.

Tipp 4 – Ein Arbeitsplatz für den kleinen Koch

Die Arbeitsfläche und Tische sind nun einmal auf die Bedürfnisse eines Erwachsenen ausgelegt. Das kann Ihr Kind vor Herausforderungen stellen und so die Lust am Kochen und das gemeinsame Erlebnis schnell trüben.

Achten Sie daher darauf, dass Ihr Kind optimal arbeiten kann. Eine stabile Fußbank kann da helfen oder auch eine entsprechende Sitzerhöhung am Küchentisch. Schüsseln und Schneidunterlagen sollten möglichst rutschfest sein und alle benötigten Utensilien leicht erreichbar.

Tipp 5 – Messer, Gabel, Schere, Licht …

Sicherheit sollte natürlich auch beim Kochen mit Ihrem Kind großgeschrieben werden. Trotzdem können die Kleinen, je nach Alter, ganz behutsam auch an Messer, Schäler und Küchengeräte herangeführt werden.

Machen Sie es Ihrem Kind leicht und geben Sie ihm bei den ersten Versuchen weiche Dinge zum Schneiden. Führen Sie seine Hand bei den ersten Versuchen, das motiviert und gibt Selbstvertrauen.

Lassen Sie Ihr Kind aber niemals alleine und unbeaufsichtigt, auch wenn es relativ vernünftig und sicher im Umgang scheint. Fuchtelt es mit gefährlichen Gegenständen herum oder hört nicht auf Ihre Warnungen, nehmen Sie ihm das Werkzeug weg und beenden Sie wenn nötig auch das gemeinsame Kochen.

Tipp 6 – Probieren mit allen Sinnen

Nicht nur der Tastsinn oder die Feinmotorik, auch der Geschmacks- und Geruchssinn dürfen sensibilisiert werden! Lassen Sie Ihr Kind an Gewürzen riechen und die Zutaten kosten. So kommen vielleicht auch mäkelige Esser durch Neugier auf den Geschmack von Gemüse und Co.

Lassen Sie Ihr Kind auch an den Veränderungen des Geschmacks der Speisen durch Gewürze teilhaben und den kleinen Entdecker zum Beispiel den Salat erst ungewürzt und dann mit Pfeffer oder Salz kosten.

Achten Sie jedoch darauf, dass kleine Kinder von rohen Eiern und auch rohem Fleisch Abstand nehmen sollten. Nicht erhitzt können diese Lebensmittel Krankheitserreger enthalten, mit denen das Immunsystem der kleinen Köche nicht so schnell fertig wird wie das eines Erwachsenen.

Tipp 7 – Kreativ auf den Teller gebracht

Lassen Sie den kleinen Köchen beim Anrichten weitestgehend freie Hand. Es ist alles fertig, der Geschmack ist toll, also können Sie diesen Arbeitsschritt vom kreativen Standpunkt her in die Hände Ihres Kindes geben. Das macht stolz und gibt dem Ganzen einen tollen Abschluss.

Tipp 8 – Sparen Sie nicht mit Lob

Klar muss man dem Kind sagen, wenn es einen Arbeitsschritt noch üben muss oder die Stückchen kleiner schneiden soll. Man muss auch schimpfen, wenn mit dem Messer herumgefuchtelt wird oder der Pürierstab als Laserschwert missbraucht wird.

Trotzdem sollte es bei dem Ganzen viel mehr Lob geben als Kritik. Das stärkt die kleinen Kinderseelen, macht Lust auf mehr und hält die Motivation und Ausdauer hoch.

Tipp 9 – Das Aufräumen und wann man ein Auge zudrücken sollte

Das gemeinsame Kochen sollte nicht damit enden, dass das Essen fertig auf dem Tisch steht. Auch das Aufräumen und anschließende Putzen der Küche sollte zum Ritual dazugehören. So lernt das Kind gleich, dass alles, was nicht gleich weggeräumt wurde, sich unnötig häuft.

Sind die Kinder allerdings noch klein, die Luft sprichwörtlich raus und die Ausdauer der Kleinen am Ende, bestehen Sie nicht in letzter Konsequenz darauf und lassen Sie sie spielen gehen, so geht am Ende des Tages wenigstens das Aufräumen allein schnell von der Hand.

Die kleinen Pubertiere

Die kleinen Pubertiere

Die kleinen Pubertiere

Die kleinen Pubertiere und was Sie über deren artgerechte Haltung wissen sollten

Mütter, Väter und Erzieher kennen das zur Genüge – jedes Lebensalter der Kinder bringt seine wunderbaren Momente, aber auch seine Herausforderungen mit sich und stellt das Umfeld vor immer neue Herausforderungen mit den verschiedenen Phasen des Heranwachsens umzugehen und angemessen auf sie zu reagieren.

Kaum ist die Grundschulzeit vorbei, fangen vor allem die Mädchen sehr früh an zu pubertieren und die Eltern beginnen in diesem Lebensabschnitt bekanntlich echt komisch zu werden. Da es leider keinen roten Faden und kein Geheimrezept gibt, wie mit pubertierenden oder vorpubertierenden Teenagern umzugehen ist, bleibt vielen Eltern und Großeltern lediglich der tröstliche Gedanke, dass auch die schwierigste und vor allem längste Phase der Kindheit einst vorüber gehen wird.

Ich habe dahin gehend etwas recherchiert und die 7 größten Erziehungsfehler im Umgang mit kleinen und großen Pubertieren für Sie zusammengefasst. Inspiriert hat mich dabei das gleichnamige Buch des wohl bekanntesten Erziehungsberaters Jan-Uwe Rogge.

Tipp Nummer  1 – Verabschieden Sie sich endgültig vom Perfektionismus

Sollte dieser Vorgang nicht bereits in den vorangegangenen Jahren als Eltern stattgefunden haben, ist es spätestens jetzt an der Zeit sich von einem viel zu hohen Anspruch an sich selbst als Mutter oder Vater zu verabschieden. Das Leben und die Erziehung verlaufen nun einmal nicht nach Lehrbuch und so steht es Ihnen als Eltern zu, Fehler machen zu dürfen. Sie dürfen falsch auf Situationen reagieren, Sie dürfen sich mal im Ton vergreifen und Sie dürfen auch aus einer Situation heraus einmal Sanktionen verhängen, die pädagogisch fragwürdig anmuten mögen.

Sie sind ein Mensch und machen Fehler. Ihr Kind wird aufgrund einiger Schwächen keinen dauerhaften Schaden davontragen. Seien Sie daher nachsichtig mit sich selbst und gestehen Sie sich und somit auch Ihrem Kind Unzulänglichkeiten zu. Das entlastet Ihrer beider Gemüter und sicherlich auch das Verhältnis zueinander.

Tipp Nummer 2 – Ihr Kind muss nicht mit anderen konkurrieren

Klar schaut man als Eltern auf die Entwicklung, die Eigenschaften, das Benehmen und die Leistungen der Gleichaltrigen im Umfeld. Doch hören Sie spätestens jetzt auf Ihr Kind mit anderen zu vergleichen und messen zu wollen und setzten Sie vor allem das kleine Pubertier mit Ihren Erwartungen nicht auch noch unter Druck.

Ja, der Nachbarsjunge schreibt in Mathe viel bessere Noten und die kleine Luisa von den Müllers drei Straßen weiter ist viel freundlicher und aufgeschlossener. Sebastian aus der Klasse über dem Sprössling hat nichts mit Computerspielen am Hut, sondern spielt lieber Schach und trägt Zeitungen aus. Nehmen Sie das zur Kenntnis, leiten Sie aber daraus keine Erwartungen an Ihr Kind ab.

Ihr Kind hat Stärken und Schwächen und es ist in diesem Alter nicht mehr so formbar wie mit einem oder zwei Jahren. Begleiten Sie es in seinem Tun, geben Sie Hilfestellung und bieten Sie Alternativen, stärken Sie seine Stärken und helfen Sie aktiv seine Schwächen zu schwächen. Ein ständiger Vergleich mit anderen ist für die Beziehung aber kontraproduktiv und frustriert alle Beteiligten.

Tipp Nummer 3 – Die optimale Länge der Leine

Ihre Kinder brauchen in der Pubertät mehr denn je Grenzen, Halt und Orientierung. Doch sie brauchen auch Freiheit und Selbstständigkeit. Ein Widerspruch? Nein! Geben Sie Ihrem Kind Grenzen, die logisch, vernünftig und begründbar sind, altersgerecht und auch vertretbar. Überlegen Sie gut, ob diese Grenze sein muss oder nicht, seien Sie aber bei einer Überschreitung dieser dann auch unbedingt konsequent und lassen Sie den Teenager spüren, dass falsches Handeln oder eine Verletzung der Regeln im Leben immer ein Nachspiel hat.

Lassen Sie aber Ihr Kind in einer solchen Situation nicht alleine, zeigen Sie ihm, dass es trotzdem geliebt wird. Streit, Meinungsverschiedenheiten und Frust sind bei diesem Thema vorprogrammiert und gehören zur Selbstfindung der Kinder dazu. Bleiben Sie hart und fair aber machen Sie den Heranwachsenden nicht durch Machtspielchen klein.

Tipp Nummer 4 – Konsequenzen müssen Sinn machen

Ein PC-Verbot, weil man zu spät nach Hause gekommen ist? Das Handy für zwei Tage weg, weil man die Hausarbeit nicht erledigt hat? Das sind eher unglückliche Konsequenzen, die entweder von Hilflosigkeit oder Machtkampf zeugen, nach dem Motto: „Man muss dort zuschlagen, wo es am meisten weh tut“

Doch darum geht es bei der Erziehung nicht. Kinder müssen lernen, dass jedes Fehlverhalten in der Gesellschaft, in der Schule oder zu Hause etwas nach sich zieht. Das ist keine Strafe, sondern eine direkte Folge des Fehlverhaltens. Um das den Kindern zu verdeutlichen, sollten die Konsequenzen im Falle eines Grenzübertritts auch logisch und nachvollziehbar sein.

Der Teenager kam eine Stunde zu spät nach Hause? Dann wird die Ausgangszeit für den Rest der Woche um diese eine Stunde gekürzt. Der Abwasch wurde nicht erledigt? Dann ist das jetzt nachzuholen, auch wenn gerade der Kumpel vor der Tür steht und ihn oder sie zum Training abholen will.

Tipp Nummer 5 – Wünsche äußern, Vorwürfe vermeiden

Nicht nur bei Kindern, auch bei Eltern macht der Ton die Musik. Wenn Sie sich etwas von Ihrem Kind wünschen, dann bombardieren Sie es nicht mit ständigen Vorwürfen und pauschalisiertem Singsang. Sagen Sie klar was Sie erwarten und warum, aber hacken Sie nicht andauernd auf dem Kind herum. Das demotiviert und trägt wirklich nicht zu einem guten und vertrauensvollen Verhältnis bei.

Tipp Nummer 6 – Lassen Sie Ihr Kind auch mal Fehler machen

Hören Sie auf Ihr Kind vor jedem Fehler, vor jedem Schmerz und vor jeder Fehlentscheidung bewahren zu wollen. Man lernt nun einmal am besten aus Fehlern, die man selbst gemacht hat. Gestehen Sie das auch Ihrem Kind zu. Geben Sie Ratschläge und stehen Sie ihm zur Seite, wenn mal etwas schief läuft, aber lassen Sie es seine eigenen, wenn auch manchmal fragwürdigen, Entscheidungen zunehmend selbstständiger treffen, aber auch die Konsequenzen selbst tragen.

Tipp Nummer 7 – Verschieben Sie langsam Ihre Prioritäten

Auch wenn sich in den letzten 10 bis 12 Jahren alles um Ihr Kind gedreht hat, es Ihr Lebensinhalt und Ihr Augenstern ist, sollten Sie jetzt langsam anfangen sich wieder verstärkt um sich selbst, Ihre Partnerschaft oder ein Hobby zu kümmern.

Kinder sind sensibel und merken auch, wenn es Mama schwerfällt loszulassen. Signalisieren Sie ihm, dass es o.k. ist, wenn es zunehmend eigene Wege geht, und genießen Sie ohne schlechtes Gewissen die immer mehr werdende Zeit für sich selbst.

Sie sehen, ich konnte Ihnen keinen Leitfaden in die Hand geben mit Dingen, die Ihr Kind in dieser Zeit unbedingt braucht, aber ich konnte Ihnen vielleicht ein paar kleine Anregungen geben und Sie zu etwas mehr Gelassenheit ermutigen.

Das Wichtigste: Hören Sie Ihrem Kind genau zu und ergründen Sie, welches Bedürfnis hinter seinen Zickereien und Ausbrüchen gerade stecken könnte. Oft löst gerade in der Pubertät der Flügelschlag eines Schmetterlings tatsächlich einen Orkan zu Hause aus.

Kneippen mit Kindern

Kneippen mit Kindern

Kneippen mit Kindern

Kneippen mit Kindern – ein kleiner Exkurs

Immer mehr Kindergärten in Deutschland spezialisieren sich. So gibt es neben den, seit vielen Jahrzehnten bekannten, Waldorff-Kindergärten und Waldkindergärten mittlerweile auch 250 zertifizierte Kneipp-Kindergärten. Dabei geht es in diesen Einrichtungen längst nicht nur um das weitläufig bekannte Wassertreten.

Das Kneipp-Konzept besteht aus viel mehr. Was das ist und wie man auch in einem staatlichen Kindergarten, als Tagesmutti oder zu Hause mit dem Kneipp-Konzept bei den Kindern für Spaß und Gesundheit sorgen kann, das möchte ich Ihnen hier gern kurz einmal vorstellen.

Das Kneipp-Konzept und seine 5 Säulen

Das Kneipp-Konzept geht auf Sebastian Kneipp (1821-1897) zurück. Ihm ging es jedoch um wesentlich mehr, als darum, wie die Störche durch das Wasser zu waten. Sein Ziel war es, den Menschen durch eine gesunde Lebensweise zu einem starken Immunsystem und so zu einem gesunden Körper und Geist zu verhelfen.

So entwickelte er ein Konzept aus 5 Säulen, welches, neben den bekannten Wasseranwendungen, auch eine gesunde Ernährung, die Lebensordnung, die Nutzung von Heilpflanzen und ausreichend Bewegung beinhaltet.

Da wird schnell klar, warum es Sinn macht, gerade Kinder frühzeitig an dieses Konzept heranzuführen und die Kleinen spielerisch mit der Thematik vertraut zu machen – der Grundstein für eine gesunde Lebensführung wird in der Kindheit gelegt.

Doch was beinhalten diese Säulen im Einzelnen und wie kann das in den Kindergartenalltag oder zu Hause integriert werden? Das erfahren Sie jetzt!

  1. Säule: Die Lebensordnung

Unter einer ausgeglichenen Lebensordnung verstand Sebastian Kneipp den Einklang zwischen Körper und Seele. Dieser war für ihn elementar und die Voraussetzung für die Gesundheit jedes Einzelnen.

Dazu gehört aber nicht nur, dass man durch bestimmte Entspannungsübungen zu innerer Ausgeglichenheit gelangt, auch Stresstoleranz und Sozialkompetenz sind Ziele dieses Konzepts. Der Schlüssel ist, dass jeder zu sich selbst findet und mit sich im Reinen ist.

Im Alltag mit Kindern kann man vor dem Schlafengehen kleine Massagespiele integrieren und im Kindergartenablauf immer mal wieder für bewusste Entspannung sorgen, indem die Kleinen ganz still einer Geschichte lauschen, auch gern mit geschlossenen Augen und wenn es nur für eine viertel Stunde ist.

  1. Säule: Die Heilkräuter

Diese Säule lehrt den Kindern schon früh, sich nicht nur mit der Natur und ihren Pflanzen auseinanderzusetzen, sondern auch deren heilende Wirkung nicht nur kennenzulernen, sondern auch zu nutzen.

Dabei geht es jedoch lediglich um milde Kräuter, die keinerlei Nebenwirkungen haben und bei uns in der Natur heimisch sind. Denn auch Sebastian Kneipp überließ die gefährlichen Mixturen lieber den Ärzten und Apothekern.

So stellen die Kinder zu Hause oder in der Einrichtung aus den gesammelten Pflanzen nicht nur Tees und Säfte her, sondern probieren sich auch an Ölen, Badezusätzen oder Salben. Dabei geht es nicht nur darum Krankheiten zu heilen, sondern auch eine vorbeugende Wirkung zu erzielen.

Hier werden die Kinder jedoch keinesfalls von der Schulmedizin weggeführt, diese hat auch Herr Kneipp nicht abgelehnt. Die Heilpflanzen sollen lediglich eine Alternative sein, die kostengünstig und frei von Nebenwirkungen ist.

  1. Säule: Die Bewegung

Kleine Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und auch der erwachsene Mensch strebt von seinem Wesen her nach Vorwärtskommen. Doch leider wird in unserer Gesellschaft dieser natürlichen Anlage oft zu wenig Raum gegeben und so werden durch einen Bewegungsmangel viele Krankheiten begünstigt.

Sebastian Kneipp erkannte schon damals den Zusammenhang zwischen regelmäßiger und gleichmäßiger Bewegung und der Gesunderhaltung des Körpers und nahm deshalb diesen Punkt als elementare Säule in sein Konzept auf.

Die Bewegung mit Kindern im Alltag umzusetzen ist relativ leicht, da ihr Entdecker- und Bewegungsdrang noch sehr groß ist. Besonders Spaziergänge, kleine Wanderungen, Gymnastik aber auch Tanzen lassen sich leicht und spielerisch in den Alltag integrieren.

  1. Säule: Die Ernährung

Bei der Ernährung setzte Kneipp vor allem auf Einfachheit und Natürlichkeit. Ihm ging es darum, dem Körper mit schonender Kost alle über den Tag benötigten Kalorien, Nährstoffe und Vitamine zuzuführen, um den Energiebedarf optimal zu decken und sowohl den Stoffwechsel, das Herz und den Kreislauf, als auch das Immunsystem gesund und stark zu erhalten.

Heute geht es dabei vor allem um eine bewusste Ernährung und das Gefühl für Ausgewogenheit. Kinder lernen das schnell und verinnerlichen dies ganz selbstverständlich. Schön und vor allem förderlich ist natürlich, wenn dieser Gedanke und das Ansinnen nach Kneipp nicht nur im Kindergarten, sondern dann auch zu Hause gelebt und umgesetzt würden.

  1. Säule: Die Wasseranwendungen

Die Wasseranwendungen sind wohl das, was einem bei dem Namen Kneipp auf Anhieb einfällt. Dabei geht es darum, die Blutgefäße zu trainieren und die Durchblutung im Körper anzuregen und zu fördern. Neben dem allseits bekannten Wassertreten wird das vor allem durch Güsse, Bäder, Waschungen und Wickel realisiert. Aber auch Tautreten und Schneegehen sind von ihm empfohlene Anwendungen.

Heute ist tatsächlich wissenschaftlich erwiesen, dass kalte und auch wechselwarme Anwendungen die Blutgefäße weiten und so nicht nur bestimmten Krankheiten vorbeugen helfen, sondern sogar die Stresstoleranz steigern.

Wasseranwendungen bei Kindern – das gilt es zu beachten

Wer als Kindereinrichtung oder auch Tagesmutti die Kneipp’schen Säulen vermitteln und nach den Grundsätzen erziehen möchte, für den gibt es besondere Lehrgänge und Seminare, die speziell dazu pädagogisch befähigen. Denn nicht nur der Umgang mit Kräutern will gelernt sein, gerade die Wasseranwendungen sind bei Kindern mit Bedacht und nicht ohne Vorkenntnisse anzuwenden.

Muttis, die zu Hause diese Lebensart vermitteln möchten, können sich verschiedene Lektüre zu diesem Thema bestellen. Nur so kann sichergestellt werden, dass der kleine Organismus die Wechselbäder und anderen Anwendungen gut verkraftet und auch das Immunsystem nicht überfordert wird.

  • Tipp 1: Je kleiner die Kinder sind, desto kürzer sollten die Anwendungen sein und desto geringer der Temperaturunterschied zwischen den Bädern und der Körpertemperatur.
  • Tipp 2: Achten Sie immer auf die Reaktionen und Empfindungen der Kinder und reagieren Sie sofort, sollte dem Kind nicht wohl dabei sein.
  • Tipp 3: Bei sehr kleinen Kindern reicht ein Waschlappen völlig aus. Das strapaziert den kleinen Organismus nicht zu sehr und gewöhnt die Kinder langsam an die Anwendungen. Ab 6 Monaten können Sie sehr behutsam auf sehr kleinen Flächen mit Waschungen anfangen, ab ca. 2 Jahren können Sie dann mit Güssen beginnen.
  • Tipp 4: Mit Wassertreten kann man früh und spielerisch beginnen. Im Sommer durch einen kühlen Bach waten, das hält nicht nur fit, sondern ist auch ein Erlebnis für die Kleinen.
  • Tipp 5: Vermeiden Sie es unbedingt, kaltes Wasser auf kalte Körperteile zu geben! Am besten eignen sich die Abwendungen nach einem schönen, warmen Bad.
  • Tipp 6: Kinder, die leicht frieren, sollten keinen Kaltanwendungen ausgesetzt werden. Hier eignen sich eher Wechselanwendungen, die mit einer schönen Erwärmung beginnen.

Ich hoffe, ich konnte Sie mit diesem Ausflug in eine spannende und sehr alte, aber nicht minder gut durchdachte Pädagogik etwas neugierig machen und wer weiß, vielleicht begegnen Sie sich demnächst bei einer entsprechenden Weiterbildung und waten schon bald mit Ihren Kindern durch die Bäche oder das taunasse Gras im Garten.

Eingewöhnung in die Kita

Eingewöhnung in die Kita

Eingewöhnung in die Kita

Die Eingewöhnung in die Kita –
so wird der Start für Eltern und Kind leichter

So sehr man sich als Eltern sicherlich wieder auf den Berufseinstieg freut, so sehr nagt doch auch die Unsicherheit an dem einen oder der anderen, ob denn die Eingewöhnung in die Kita auch problemlos gelingen mag und das Kind sich dort wohlfühlt.

Sicherlich kann Ihnen niemand den vielleicht anfänglichen Abschiedsschmerz als Mutter nehmen, geben Sie doch Ihr Kostbarstes, Ihr eigen Fleisch und Blut in die Obhut fremder Menschen. Allerdings habe ich 10 Tipps für Sie zusammengefasst, um Ihnen den stundenweisen Abschied zu erleichtern und Ihrem Kind eine entspannte und vor allem fröhliche Eingewöhnung in die fremde Umgebung zu gewährleisten.

Tipp 1: Haben Sie kein schlechtes Gewissen!

Als Erstes sollten Sie an sich und Ihrer inneren Einstellung arbeiten. Machen Sie sich kein schlechtes Gewissen und lassen Sie sich nicht einreden, Ihr Kind mit der Betreuung in einer Kita abzuschieben. Sie haben ein Recht auf ein Leben neben Ihrem Kind und vielleicht sogar die finanzielle Notwendigkeit zu einer Berufstätigkeit. Sie haben die richtige Entscheidung für sich getroffen. Finden Sie sich daher nicht nur damit ab, sondern seien Sie stolz darauf. Auch Ihrem Kind wird eine gewisse Eigenständigkeit nicht schaden!

Tipp 2: Suchen Sie eine Einrichtung, mit deren Erziehungsstil Sie konform gehen

Sie leben vegan und möchten, dass auch Ihr Kind so erzogen wird? Sie legen viel Wert auf Waldorff-Pädagogik oder viel Zeit an der frischen Luft? Sie möchten Ihr Kind überdurchschnittlich musikalisch fördern, oder vertreten das Lebenskonzept von Sebastian Kneipp? Dann sollten Sie bei der Wahl der Kindereinrichtung sorgsam sein und frühzeitig mit der Suche nach einer geeigneten Kita beginnen.

Nehmen Sie in einem solchen Fall lieber längere Wege in Kauf, aber seien Sie sicher, dass Ihre pädagogischen Vorstellungen mit denen der Erzieher zusammenpassen. Haben Sie sich entschieden, dann geben Sie die Pädagogik für die Zeit des Aufenthaltes Ihres Kindes aber auch uneingeschränkt in die Hände der Erzieherinnen. Nicht alles, was anders ist als zu Hause, ist schlecht und nicht alles, was Ihnen nicht gefällt schadet Ihrem Kind. Lernen Sie, auch hier ein Stück weit loszulassen und zu vertrauen.

Tipp 3: Machen Sie Ihr Kind neugierig auf den Kindergarten

Erwähnen Sie in den Wochen vor der Eingewöhnung oft, aber beiläufig den Kindergarten und heben Sie die Vorteile hervor. Ihr Kind lernt neue Freunde kennen, kann neue Spielsachen ausprobieren und wird viele aufregende Sachen erleben. Es ist leicht das Kind neugierig auf den Neues zu machen, nutzen Sie das!

Vermeiden Sie jedoch negative Äußerungen oder Bedenken im Beisein Ihres Kindes. Achten Sie in Gesprächen mit Freuden oder dem Partner darauf, dass das Kind nicht anwesend ist, wenn Sie über Bedenken oder Ängste sprechen, ob denn auch alles reibungslos verlaufen wird. Das schürt bei den Kindern eine Unsicherheit, die ihnen erst recht Angst macht.

Tipp 4: Nutzen Sie Schnuppertage in der Einrichtung

Bietet die Kita Schnuppertage vor der Eingewöhnung an, nehmen Sie dieses Angebot an. So kann Ihr Kind bereits die Gruppenräume kennenlernen, erste Kontakte zu Erzieherinnen knüpfen und vielleicht sogar schon auf den einen oder anderen zukünftigen Freund zugehen.

Tipp 5: Beginnen Sie rechtzeitig mit dem Abnabeln

Wenn das Kind gewohnt ist, den einen oder anderen Tag bei Oma und Opa zu verbringen oder bei einem Freund zum Spielen eingeladen zu sein, wird der Abschied viel leichter fallen. Denn Ihr Kind hat bereits gelernt, dass Mama wieder kommt, auch wenn sie die eine oder andere Stunde einmal nicht in direkter Reichweite ist.

Beginnen Sie daher vor der Eingewöhnung damit, Ihr Kind für kurze Zeit in einer vertrauten Umgebung von Menschen, die es kennt und denen es vertraut, fremdbetreuen zu lassen. Das hilft nicht nur Ihrem Kind, sondern vielleicht auch Ihnen, sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Tipp 6: Suchen Sie die Utensilien für den Kindergarten gemeinsam aus

Ob Rucksack oder Brotdose – Ihr Kind sollte bei der Auswahl ein gewisses Mitspracherecht haben. Mama sollte darauf achten, dass alle Features vorhanden und alle Kriterien erfüllt sind, in Bezug auf die Farbe oder das eine oder andere Motiv, sollten Sie dem Kind aber durchaus etwas freie Hand geben, auch wenn Ihr Geschmack an der Stelle vielleicht nicht unbedingt getroffen wird.

Tipp 7: Auf Altersunterschied in der Gruppe achten

Während einige Einrichtungen die Gruppen streng nach Alter trennen, setzen andere Kindergärten auf gemischte Gruppen, sodass jüngere Kinder von den Älteren lernen und Älteren beigebracht wird, Verantwortung zu übernehmen.

Welches Konzept für Sie das Richtige scheint, das müssen Sie selbst entscheiden. Wichtig ist jedoch, dass in der Gruppe Ihres Kindes einige Gleichaltrige betreut werden. Ihr Kind braucht das, um Freundschaften zu schließen und sein Sozialverhalten gesund entwickeln zu können.

Tipp 8: Eingewöhnung so lang wie nötig, so kurz wie möglich

Gut wenn Sie Ihr Kind langsam an den Alltag in der Kita gewöhnen wollen und so bieten die meisten Einrichtungen an, die Kinder bis zu zwei Wochen zu begleiten und für immer länger werdende Zeiträume allein in der Einrichtung zu lassen.

Nehmen Sie sich die Zeit, wenn Ihr Kind diese braucht, aber ziehen Sie die Eingewöhnung auch nicht unnötig in die Länge. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind gut klarkommt und Sie nicht vermisst, verabschieden Sie sich kurz und unterdrücken Sie den eigenen Wunsch, das Verhalten und den Tagesablauf beobachten zu müssen.

Tipp 9: Halten Sie die Abschiede kurz

Verabschieden Sie sich kurz und knapp von Ihrem Kind mit einer Selbstverständlichkeit, die dem Kleinen signalisiert, dass das, was hier passiert normal ist und es keinen Grund für Theatralik gibt. Hängen Sie ewig an seinem Hals, geben Ihnen tausend Küsse oder haben vielleicht selbst Tränen in den Augen, muss sich das Kind zwangsläufig fragen, wovor Mama Angst hat und was denn Schlimmes passieren kann.

Tipp 10: Kontinuität sorgt für schnelle Eingewöhnung

Auch wenn Sie in den ersten Wochen oder Monaten, in denen Ihr Kind die Einrichtung besucht vielleicht noch nicht wieder berufstätig sind, sollten Sie es vermeiden, Ihr Kind regelmäßig zu Hause zu lassen und Ausnahmen zu machen.

Lassen Sie sich gar nicht erst überreden, spätestens, wenn der Berufsalltag Sie wieder hat, können Sie dem Genörgel ohnehin nicht mehr nachgeben. Vereinbaren Sie lieber, das Kind ausnahmsweise, oder regelmäßig immer freitags vor dem Schlafengehen als Mittagskind zu holen. Das schafft Kontinuität und bietet trotzdem Raum für ein Highlight.

Wenn Kinder das erste Mal bei Freunden übernachten

Wenn Kinder das erste Mal bei Freunden übernachten

Wenn Kinder das erste Mal bei Freunden übernachten

Wenn Kinder das erste Mal bei Freunden übernachten

„Mama, darf ich heute bei Paul übernachten?“ Irgendwann kommt im Leben jeder Mutter und jedes Vaters einmal der Augenblick, an dem die Frage nach der ersten Übernachtung bei der Familie eines Freundes oder einer Freundin gestellt wird.

Der Zeitpunkt hängt natürlich zum einen vom Kind selbst ab, aber auch von dessen Umfeld und davon, wie gefestigt die Freundschaften in Kindergarten oder Schule mittlerweile sind.

Doch was tun, wenn die erste Übernachtung in einer womöglich fast fremden Familie ansteht? Ab welchem Alter kann ich mein Kind auswärts schlafen lassen und wie soll ich reagieren, wenn nach der Euphorie das Heimweh kommt?

Ich habe mich zu diesem Thema mit Eltern und Erziehern gleichermaßen unterhalten und möchte Ihnen gern deren Empfehlungen und Erfahrungen in diesem Beitrag weitergeben.

Ab welchem Alter sollte man das Kind auswärts übernachten lassen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Manche Kinder sind es von klein auf gewohnt ab und an bei Oma oder Opa zu übernachten und verbringen vielleicht bereits im Krippenalter Nächte bei Cousins und Cousinen ähnlichen Alters.

Diese Kinder übernachten oft bereits im Alter ab 3 Jahren bei Freunden aus dem Kindergarten und haben wenige bis gar keine Probleme damit, sich an andere Nachtlager, Abendrituale oder Familiengepflogenheiten zu gewöhnen. Und auch deren Eltern sind entspannter, da sie zum einen diese Art von Loslassen bereits gelernt haben und sich zum anderen nicht zu viele Gedanken um die Thematik machen.

Andere Kinder besuchen vielleicht erst spät den Kindergarten, haben einen sehr kleinen Freundeskreis und sind es gewohnt, wirklich jede Nacht im eigenen Bett mit festen Ritualen und Bezugspersonen zu verbringen.

Auch diese Kinder freuen sich natürlich auf ein solches Abenteuer. Ihnen fällt jedoch ein Abend ohne Mama oft schwer, holt einen doch das Heimweh meist ein, wenn am Abend zur Bettruhe gemahnt wird und eine unheimliche Stille ins fremde Haus einkehrt. Hier sollte man die Kleinen zu nichts drängen und akzeptieren, wenn die erste Übernachtung bei Freunden erst im Grundschulalter stattfindet.

Kann ich mein Kind auf eine Übernachtung bei einem Freund vorbereiten?

Egal wie viel Vorbereitungen Sie auch treffen, es wird keine Garantie geben, dass Sie Ihr Kind nicht in der Nacht anruft und nach Hause geholt werden möchte. Um ihm jedoch das Abenteuer schmackhaft und die Trennung von Ihnen so einfach wie möglich zu machen, habe ich hier ein paar kleine Tipps für Sie:

  • Tipp 1: Freuen auch Sie sich auf einen freien Abend

Sprechen Sie Ihrem Kind Mut zu und nehmen Sie sich für den Abend ruhig etwas vor, zu dem Sie sonst nicht kommen. Ein gutes Buch in der Badewanne oder ein Diner zu zweit mit Ihrem Mann. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es auch für Sie in Ordnung, wenn das Küken für eine erste Nacht das Nest verlässt. Ihre Bejahung und Selbstverständlichkeit macht Ihrem Kind Mut.

  • Tipp 2: Bleiben Sie erreichbar

Signalisieren Sie Ihrem Kind kurz, dass Sie telefonisch erreichbar sind. Malen Sie aber nicht im Vorfeld schon den Teufel an die Wand. Bemerkungen wie: „wenn du Heimweh bekommst“, „falls du traurig bist, wenn Mama nicht da ist“ oder „solltest du abends Angst bekommen“ sind absolut fehl am Platz und bringen die Kinder unter Umständen nur auf dumme Gedanken. Sprechen Sie lieber mit den Eltern des anderen Kindes ab, dass Sie erreichbar sind, wenn es Probleme gibt.

  • Tipp 3: Ein Stückchen zu Hause einpacken

Das Lieblingskuscheltier oder die Schmusedecke dürfen auch in der Fremde nicht fehlen. Packen Sie ein, was Ihr Kind zum Schlafen gern hat und braucht, um sich ein Stückchen zu Hause und geborgen zu fühlen.

  • Tipp 4: Lernen Sie sich vorher gut kennen

Wichtig ist nicht nur, dass Sie die Eltern des Freundes kennen und ihnen vertrauen, auch Ihr Kind sollte wenigstens ein oder zweimal am Nachmittag zum Spielen in deren Haus gewesen sein. So ist zum einen nicht nur die Umgebung bereits vertraut, auch das fremde Familienleben mit all seiner Andersartigkeit als zu Hause fühlt sich nicht mehr fremd an.

  • Tipp 5: Holen Sie Ihr Kind wenn nötig ab

Sollte Ihr Kind gar nicht alleine klarkommen, sprechen Sie mit den anderen Eltern ab, dass Sie es notfalls auch spät abends oder nachts wieder abholen. Das ist wesentlich besser als eine schreckliche und verängstigte Nacht, die Ihrem Kind vielleicht ewig im Gedächtnis bleibt.

Machen Sie aber auch danach kein Drama aus der Situation. Geben Sie Ihrem Kind nicht das Gefühl, dass es versagt hat, sondern nehmen Sie es in den Arm und machen Sie ihm Mut. Vielleicht schläft dann ein Freund zuerst mit bei ihm, so baut sich vielleicht die eine oder andere Skepsis von allein wieder ab.

  • Tipp 6: Keine theatralischen Abschiede

Wenn Sie an alles gedacht haben, bringen Sie Ihr Kind zu seinem Freund und verabschieden Sie sich kurz und knapp. Überhäufen Sie ihn oder sie nicht mit tausend Küssen als würden Sie sich nicht wiedersehen. Das verunsichert nur und beeinflusst das Kind nicht zum Positiven.

Eine Übernachtung bei Freunden bereichert Ihr Kind!

Ermutigen Sie Ihr Kind, bei Freunden zu übernachten. Das hat nichts damit zu tun, dass man ein schlechtes Gewissen haben muss oder es aussieht, als wollte man als Eltern einmal wieder eine Nacht für sich haben.

Für Sie und Ihre Kinder ist eine solche Erfahrung wichtig. Denn nicht nur das Abnabeln wird durch ein solches Abenteuer auf eine neue Ebene gehoben, auch das Sozialverhalten, die Anpassungsfähigkeit und Toleranz Ihres Kindes erfährt neue Eindrücke und Reize.

Eine Familie mit ganz anderen Rollenverteilungen, ein Einzelkind, das in eine Familie mit Geschwistern kommt, ein Stadtkind, das auf einem Bauernhof übernachten darf oder ein Kind, welches mit seiner Mutter allein lebt und in einen Mehrgenerationenhaushalt schnuppern darf oder umgekehrt – all das wird Ihr Kind bereichern.

Es wird lernen, dass Familien unterschiedlich sind, lernt einiges zu Hause vielleicht schätzen und anderes kritisch zu hinterfragen. Auf jeden Fall ist es ein Abenteuer, das zum Großwerden dazugehört. Freuen auch Sie sich darauf!