Kochen mit Kindern

Kochen mit Kindern

Kochen mit Kindern – machen Sie die Arbeit zum Vergnügen

Kinder sind nicht nur von Natur aus neugierig und wollen ihre Umwelt mit all ihren Facetten und Zusammenhängen erkunden, sie lieben es auch, uns Großen nachzueifern und haben Spaß daran, es uns gleich zu tun.

Da kann es schon vorkommen, dass sich der Junior am Rasierschaum von Papa zu schaffen macht oder die kleine Prinzessin in den High Heels von Mama über den Flur gestolpert kommt. Genau diesen Entdeckerdrang kann man sich in der Küche zunutze machen und so nicht nur das Kind in der Zeit, in der das Essen zubereitet wird, sinnvoll beschäftigen, sondern auch gemeinsame Momente und Erlebnisse schaffen.

Kochen ist lernen mit allen Sinnen

Beim Kochen und Backen lernen Kindern so unglaublich viel und haben oft mehr Spaß daran als am tollsten Spielzeug. Nicht nur, dass sie fasziniert beobachten können, wie sich die Zutaten in leckere Mahlzeiten verwandeln, auch Fähigkeiten und Fertigkeiten werden dabei auf spielerische Art und Weise gefördert.

So wird nicht nur die Feinmotorik und Geschicklichkeit im Umgang mit den verschiedenen Geräten und Utensilien trainiert, sondern auch das Lernen im kognitiven Bereich gefördert. Das Kind lernt neue Begriffe kennen und kann nach kurzer Zeit Gewürze und andere Lebensmittel benennen. Es lernt die Gefahren in der Küche kennen, wird aber auch sicher und selbstbewusst im Umgang mit diesen.

Ich habe für Sie hier ein paar hilfreiche und nützliche Tipps zusammengefasst, wie das Kochen mit Kindern zum entspannten Erlebnis für alle wird und nicht nur das Essen, sondern auch das Zubereiten ein Genuss sind.

Tipp 1 – Die richtigen Aufgaben für Ihr Kind

Welche Aufgaben ein Kind in welchem Alter übernehmen kann, ist sehr wesens- und entwicklungsabhängig. So gibt es Dreijährige, die sehr vernünftig und feinmotorisch begabt sind und es gibt Siebenjährige, denen man noch kein Messer in die Hand geben sollte.

Schätzen Sie daher selbst ab, was Sie Ihrem Kind zutrauen und führen Sie es langsam an immer wachsende Aufgaben und „Verantwortung“ heran.

Achten Sie jedoch immer darauf, dass Ihr Kind motiviert bleibt. Übertrieben gesagt: Ein überforderter Vierjähriger, der auch unter größter Anstrengung es nicht schafft den Fisch zu filetieren, wird genauso schnell die Lust am Kochen verlieren wie ein Achtjähriger, der immer noch nur die Butter mit seinem Plastikmesser die Schüssel streichen darf. Halten Sie daher immer eine Herausforderung für die Kinder bereit ohne sie zu überfordern.

Tipp 2 – Nehmen Sie sich Zeit

Wer mit Kindern kocht der weiß, dass es zu zweit auf keinen Fall schneller geht. Seien Sie aber trotzdem geduldig und beginnen Sie lieber etwas früher mit der Zubereitung des Essens. Ihr Kind braucht nicht nur Zeit neu Erlerntes zu perfektionieren, es will auch kosten und probieren und seinen Wissensdurst mit unzähligen Fragen stillen.

Richten Sie sich daher im Vorfeld darauf ein. Können Sie das aus Zeitgründen nicht gewährleisten, dann machen Sie Ihrem Kind lieber von vornherein klar, dass ein gemeinsames Kochen heute nicht möglich ist. Das ist weniger deprimierend für das Kind als eine genervte oder gereizte Stimmung, die das Erlebnis für alle Zeiten trübt.

Tipp 3 – Hygiene hört nicht mit dem Händewaschen auf

Gewöhnen Sie Ihre Kinder bereits ab dem ersten Moment an Hygiene in der Küche und erklären Sie auch den Sinn und Zweck der Grundsätze. So sollte das gründliche Händewaschen der erste Arbeitsgang sein und Ringe, Armbänder oder Uhren abgelegt werden.

Gewöhnen Sie Ihr Kind im eigenen Interesse auch gleich daran, Abfälle und Müll zu trennen und sofort nach dem jeweiligen Arbeitsschritt in den dafür vorgesehenen Eimer zu befördern. Das erspart nicht nur Arbeit nach dem Kochen, sondern verinnerlicht auch die Arbeitsabläufe. Auch dass man nicht mit den Fingern, sondern vom Löffel nascht, sollte klar sein.

Tipp 4 – Ein Arbeitsplatz für den kleinen Koch

Die Arbeitsfläche und Tische sind nun einmal auf die Bedürfnisse eines Erwachsenen ausgelegt. Das kann Ihr Kind vor Herausforderungen stellen und so die Lust am Kochen und das gemeinsame Erlebnis schnell trüben.

Achten Sie daher darauf, dass Ihr Kind optimal arbeiten kann. Eine stabile Fußbank kann da helfen oder auch eine entsprechende Sitzerhöhung am Küchentisch. Schüsseln und Schneidunterlagen sollten möglichst rutschfest sein und alle benötigten Utensilien leicht erreichbar.

Tipp 5 – Messer, Gabel, Schere, Licht …

Sicherheit sollte natürlich auch beim Kochen mit Ihrem Kind großgeschrieben werden. Trotzdem können die Kleinen, je nach Alter, ganz behutsam auch an Messer, Schäler und Küchengeräte herangeführt werden.

Machen Sie es Ihrem Kind leicht und geben Sie ihm bei den ersten Versuchen weiche Dinge zum Schneiden. Führen Sie seine Hand bei den ersten Versuchen, das motiviert und gibt Selbstvertrauen.

Lassen Sie Ihr Kind aber niemals alleine und unbeaufsichtigt, auch wenn es relativ vernünftig und sicher im Umgang scheint. Fuchtelt es mit gefährlichen Gegenständen herum oder hört nicht auf Ihre Warnungen, nehmen Sie ihm das Werkzeug weg und beenden Sie wenn nötig auch das gemeinsame Kochen.

Tipp 6 – Probieren mit allen Sinnen

Nicht nur der Tastsinn oder die Feinmotorik, auch der Geschmacks- und Geruchssinn dürfen sensibilisiert werden! Lassen Sie Ihr Kind an Gewürzen riechen und die Zutaten kosten. So kommen vielleicht auch mäkelige Esser durch Neugier auf den Geschmack von Gemüse und Co.

Lassen Sie Ihr Kind auch an den Veränderungen des Geschmacks der Speisen durch Gewürze teilhaben und den kleinen Entdecker zum Beispiel den Salat erst ungewürzt und dann mit Pfeffer oder Salz kosten.

Achten Sie jedoch darauf, dass kleine Kinder von rohen Eiern und auch rohem Fleisch Abstand nehmen sollten. Nicht erhitzt können diese Lebensmittel Krankheitserreger enthalten, mit denen das Immunsystem der kleinen Köche nicht so schnell fertig wird wie das eines Erwachsenen.

Tipp 7 – Kreativ auf den Teller gebracht

Lassen Sie den kleinen Köchen beim Anrichten weitestgehend freie Hand. Es ist alles fertig, der Geschmack ist toll, also können Sie diesen Arbeitsschritt vom kreativen Standpunkt her in die Hände Ihres Kindes geben. Das macht stolz und gibt dem Ganzen einen tollen Abschluss.

Tipp 8 – Sparen Sie nicht mit Lob

Klar muss man dem Kind sagen, wenn es einen Arbeitsschritt noch üben muss oder die Stückchen kleiner schneiden soll. Man muss auch schimpfen, wenn mit dem Messer herumgefuchtelt wird oder der Pürierstab als Laserschwert missbraucht wird.

Trotzdem sollte es bei dem Ganzen viel mehr Lob geben als Kritik. Das stärkt die kleinen Kinderseelen, macht Lust auf mehr und hält die Motivation und Ausdauer hoch.

Tipp 9 – Das Aufräumen und wann man ein Auge zudrücken sollte

Das gemeinsame Kochen sollte nicht damit enden, dass das Essen fertig auf dem Tisch steht. Auch das Aufräumen und anschließende Putzen der Küche sollte zum Ritual dazugehören. So lernt das Kind gleich, dass alles, was nicht gleich weggeräumt wurde, sich unnötig häuft.

Sind die Kinder allerdings noch klein, die Luft sprichwörtlich raus und die Ausdauer der Kleinen am Ende, bestehen Sie nicht in letzter Konsequenz darauf und lassen Sie sie spielen gehen, so geht am Ende des Tages wenigstens das Aufräumen allein schnell von der Hand.

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