Taschengeld bei Kindergartenkindern

Taschengeld bei Kindergartenkindern

Taschengeld bei Kindergartenkindern – sinnvoll oder nicht?

Erziehungswissenschaftler und Pädagogen sind sich einig, dass es wichtig ist, durch ein regelmäßiges Taschengeld Kinder sowohl an den Umgang mit Geld zu gewöhnen, als auch ein Gefühl für die Werte bestimmter Dinge zu manifestieren.

Doch ab wann sollte man seinem Kind ein Taschengeld zahlen und wie viel? Ist es sinnvoll diesen Bezug an Regeln zu knüpfen und was sollte davon gekauft werden? Viele Fragen, wir haben ein paar Antworten für Sie und klären über die wichtigsten Do’s und Don’ts zum Thema Taschengeld bei Kindern auf.

Geld sollte kein Tabuthema in der Familie sein

Eine traurige Studie zeigt, dass mittlerweile jeder 10. junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 24 Jahren verschuldet ist – Tendenz steigend. Das hat sicherlich viele Ursachen und ab und an steht auch hinter einer solchen Statistik ein bedauerliches Schicksal. Doch zeigt es auch, dass viele unserer Kinder und Jugendlichen nie gelernt haben, mit Geld umzugehen und sinnvoll zu wirtschaften.

Doch wie kann ich meinem Kind einen guten Umgang mit Geld vermitteln? Nun, auch bei den Finanzen gilt: vorleben. In Familien wird mit Kindern mittlerweile über vieles diskutiert und in allen Bereichen sollen die Kinder ein Mitspracherecht entsprechend ihres Alters und Verständnisses bekommen. Doch wenn es um Geldsorgen geht, wenn es um einen finanziellen Engpass oder die Möglichkeit einer Finanzierung des Autos geht, wird oft hinter verschlossenen Türen diskutiert.

Doch das ist nicht der beste Weg. Kinder sollten bereits früh mitbekommen, dass auch die Eltern ein begrenztes Budget zur Verfügung haben, mit welchem es zu haushalten gilt. Denn es ist nicht selten, dass der Nachwuchs der Meinung ist, man müsse nur vom Automaten Geld nachholen wenn Ebbe im Portemonnaie herrscht.

Ab welchem Alter sollte mein Kind Taschengeld beziehen und wie viel?

Jedes Kind entwickelt sich anders, doch kann man bereits mit 3 oder 4 Jahren, spätestens aber mit 6 Jahren, mit dem ersten Taschengeld beginnen. Hier sprechen wir über empfohlene Summen von 50 Cent pro Woche, die das Kind dann entweder sparen, oder aber auch für Süßigkeiten oder eine andere Kleinigkeit ausgeben darf.

Es geht darum, dass das Kind merkt, dass man eben nicht alles haben kann und entweder ein Schokoriegel oder die Kekse drin sind, nicht beides. Sie müssen sparen, wenn sie etwas Teureres kaufen wollen und lernen die ersten Werte von Gegenständen kennen.

Im Alter von 7 bis 10 Jahren darf es dann gern etwas mehr sein, allerdings sollte es auch in diesem Alter nicht mehr als 2,50 € pro Woche geben. Ab 10 Jahren sollte dann das Taschengeld sukzessive bis auf einen Betrag von 70,00 € pro Monat für einen 18-Jährigen gesteigert werden.

Eine Orientierungshilfe bietet hier eine bundeseinheitliche Tabelle des Jugendamtes. Diese dient jedoch nur Anhaltspunkt und ist kein Muss für Ihre Familie. Sowohl die Einkommens- und Lebensverhältnisse der Eltern als auch individuelle Absprachen mit dem Kind müssen bei der Festlegung berücksichtigt werden.

An diese Regeln sollten sich Kinder und Eltern halten

Auch wenn es sich „nur“ um den Bezug von Taschengeld handelt, ist es wichtig, dass sich Kinder, aber vor allem auch die Eltern an gewisse Regeln halten. Immerhin soll der Nachwuchs etwas lernen und das Geld eine Art Übungsgegenstand auf der großen Reise in die Selbstständigkeit sein.

  1. Treffen Sie im Vorfeld klare Absprachen und halten Sie sich alle daran!
    Besprechen Sie die Konditionen des Taschengeldbezugs gemeinsam mit Ihrem Kind und einigen sich auf eine für beide Seiten akzeptable Lösung. Bekommt der Sprössling mehr Geld zur Verfügung, muss allerdings auch seine Schulsachen davon bezahlen? Bekommt er weniger, muss sich aber weder um Klamotten noch Schulessen kümmern? Hier gibt es viele Möglichkeiten, wichtig ist nur, dass es realistisch bleibt. Ein Schüler, der mit dem Geld gerade so sein Essen und die Verbrauchsmittel für seine Ausbildung finanzieren kann, lernt aus der Sache nichts.
  2. Legen Sie eine feste Summe und eine regelmäßige Zahlung fest!
    Für den Lerneffekt ist es wichtig, dass das Kind weiß, mit wie viel Geld es rechen kann und wann es dies bekommt. Die Eltern müssen hier verlässlich sein. Denken Sie selbst an die Auszahlung, ohne dass Ihr Kind Sie daran erinnern muss und das Gefühl hat, zu betteln. Seien Sie bei der Höhe des Taschengeldes auch nicht zu großzügig. Zu viel Geld ist genauso falsch wie zu wenig. Mit der einen Summe können sie nicht wirtschaften, mit der anderen müssen sie es nicht. Bis etwa zum 10. Lebensjahr ist es sinnvoll das Taschengeld wöchentlich auszuzahlen. Kleine Kinder haben einen ganz anderen Bezug zu Zeit und müssen langsam lernen sich die Ressourcen einzuteilen. Nach der Grundschule sollte man dann dazu übergehen, das Taschengeld auf eine monatliche Zahlweise umzustellen.
  3. Ihr Kind entscheidet über die Verwendung des Taschengeldes!
    Es kann sehr schwerfallen zu sehen, wie das Kind gleich am ersten Tag sein ganzes Taschengeld für eine Zeitschrift ausgibt, von der Sie jetzt schon wissen, dass sie in der Ecke liegt, sobald das beigefügte, pädagogisch sinnlose und kurzlebige Spielzeug entfernt wurde. Doch lassen Sie es gewähren. Man lernt im Leben am besten aus Fehlern, und auch Ihr Kind wird merken, dass die restliche Woche sehr lang wird und es sich nichts mehr in einem anderen Geschäft kaufen kann. Es sind am Anfang nur Centbeträge, über die man als Eltern schnell hinwegkommt und Ihr Kind wird nach und nach auch lernen auf etwas zu sparen und dafür auf etwas anderes zu verzichten, was es eigentlich gerade sehr reizt. Sollte Ihr Kind Fragen haben, unterstützen Sie es, aber korrigieren Sie nicht an seinen Entscheidungen herum. Das nimmt den Lerneffekt und hilft nicht dabei eigenverantwortlich zu wirtschaften.
  4. Knüpfen Sie das Taschengeld nicht an Bedingungen
    Nutzen Sie das Taschengeld Ihres Kindes nicht als Druckmittel. Wichtig sind Konstanz und Verlässlichkeit. Ein Abzug bei schlechten Noten ist der Sache nicht zuträglich. Nutzen Sie bei Regelverstößen oder Frechheiten Ihres Nachwuchses andere Sanktionen, aber lassen Sie das Taschengeld davon unberührt.

Andererseits sollten Sie sich auch nicht um den Finger wickeln lassen, wenn Junior mit dem Budget in diesem Monat nicht klargekommen ist und Mitte des Monats nach einem kleinen Bonus giert. Hilfe im Haushalt oder eine 1 im Diktat sollten keine Argumente für eine Ausnahme und somit das Aus für den Lerneffekt sein!

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.