Baby-Schwimm-Fotos

10 Fragen und Antworten rund um das Babyschwimmen

Bei meiner Arbeit mit der Kamera darf ich nicht nur beim Babyschwimmen die kleinen neuen Erdenbürger auf ihren ersten Erkundungen im kühlen Nass fotografieren, ich erlebe auch ab und zu eine Verunsicherung bei den Müttern, ob denn das Wasser den Kindern nicht mehr schadet als nützt und bei allen positiven Effekten für die motorische Entwicklung nicht doch zu viele Keime und Krankheitserreger enthält.

Um Ihnen die Unsicherheit zu nehmen, aber auch einige Tipps zu geben, auf was beim Babyschwimmen oder schon in der Vorbereitung zu achten ist, beantworte ich die 10 wichtigsten Fragen rund um dieses Thema.

1. Ab welchem Alter sollte ich mein Baby zum Schwimmen anmelden?

Da sowohl das Immunsystem der Neugeborenen als auch die Möglichkeit ihre Körpertemperatur zu regulieren nicht ausgeprägt ist, empfehlen Hebammen und Ärzte mit einem Baby unter 4 Monaten kein öffentliches Bad zu besuchen.

Daher ist es empfehlenswert die Kleinen mit 4 bis 6 Monaten zum Babyschwimmen anzumelden.

2. Wer führt Babyschwimmkurse durch und wo kann ich mich anmelden?

Das ist von Stadt zu Stadt verschieden. Allerdings finden Sie im Internet jede Menge Adressen. In der Regel führen sowohl Hebammen als auch Physiotherapien oder Trainer in örtlichen Hallenbädern solche Kurse durch.

Wer möchte, kann natürlich auch allein mit seinem Kind ins Bad gehen, allerdings empfiehlt es sich dringend auf die Unterstützung eines geschulten Therapeuten zu setzen, da die dort gegebenen Tipps für die Gesundheit Ihres Kindes von großer Bedeutung sind.

3. Welche Vorteile bietet ein professionell geleiteter Kurs?

Neben den richtigen Haltetechniken lernen die Mütter und Väter hier auch verschiedene Bewegungsmöglichkeiten kennen und erfahren viel über die optimale Lage der Kleinen im Wasser. Doch auch der Kontakt zu anderen Eltern in einem solchen Kurs ist eine tolle Erfahrung, wenn man aufgrund der Elternzeit sozial im Moment eher auf Sparflamme fährt.

Weiterhin bieten einige Hebammen und Physiotherapien die Möglichkeit an, die Babys von einem Fotografen unter Wasser ablichten zu lassen. Eine tolle Erinnerung an die innigen Momente mit Ihrem Kind im Wasser, aber auch sehr ausgefallene Bilder, die nicht jede Mama im Familienalbum hat.

4. Worauf sollte ich bei der Wahl des Schwimmkurses besonders achten?

Achten Sie neben der Qualifikation des Trainers (Physiotherapeut, Hebamme oder auch Schwimmmeister mit Zusatzausbildung) vor allem auf die Wassertemperatur im Becken, welche zwischen 31°C und 35°C liegen sollte.

Doch auch eine Lufttemperatur von über 30°C ist wichtig für die Gesundheit Ihres kleinen Rackers. Fragen Sie auch nach der Möglichkeit einer Schnupperstunde, um zu schauen, ob ein solcher Kurs überhaupt etwas für Sie und Ihr Baby ist.

Um das Infektionsrisiko für Ihr Kind so gering wie möglich zu halten, achten Sie darauf, dass das Bad Ihrer Wahl nicht nur einen Aktivkohlefilter verbaut, sondern auch eine Ozonstufe in der Wasseraufbereitungsanlage hat.

Das Wasser darf weiterhin nicht zu tief sein, sodass Sie als Mutter oder Vater immer einen festen Stand im Becken haben.

5. Benötige ich ein ärztliches Attest?

Vom Therapeuten oder Trainer wird ein Attest in der Regel nicht verlangt, allerdings sollten Sie selbst darauf achten, dass Ihr Kind weder erkältet ist, noch an anderen Erkrankungen leidet.

Vor der Anmeldung zum Kurs ist es ratsam, mit Ihrem Arzt oder der Hebamme zu sprechen, um sich das OK von dieser Seite zu holen.

6. Muss ich mein Baby zu Hause auf einen solchen Kurs vorbereiten?

Eine gezielte Vorbereitung ist kein Muss, wird aber von Hebammen empfohlen, um Ihr Kind langsam an die niedrigeren Wassertemperaturen zu gewöhnen. Es ist daher ratsam, das Wasser der Badewanne nach und nach auf bis zu 33°C abzusenken. Achten Sie allerdings darauf, dass Ihr Kind anfangs nicht länger als 5 bis 10 Minuten in der Wanne verbringt.

Wichtig ist auch, dass Ihr Baby zu Beginn des Kurses in der Lage ist, seinen Kopf sicher zu halten.

Auch eine Impfung gegen Rotaviren empfiehlt sich vor Besuch eines öffentlichen Bades, da diese zu den häufigsten Auslösern von Magen- und Darminfektionen zählen.

7. Was muss ich zum Babyschwimmen einpacken?

Denken Sie beim Packen der Tasche nicht nur an Schwimmsachen, sondern achten Sie auch auf warme Kleidung und ein Fläschchen nach dem Bad. Die Bewegung im Wasser macht die Kleinen nicht nur müde, sondern auch hungrig. Folgende Sachen dürfen nicht fehlen:

  • spezielle Schwimmwindel
  • großes Handtuch oder Bademantel für das Baby
  • Körperlotion zum Eincremen nach Bad und Dusche
  • Wickeltasche
  • Fläschchen
  • warme Kleidung / Mützchen
  • Schwimmsachen für die Mama, denn die muss mit ins Wasser

8. Was muss ich beachten, wenn ich mit meinem Kind zum Babyschwimmen gehe?

Babyschwimmen strengt an. Achten Sie daher darauf, dass Ihr Kind ausgeschlafen und satt ist. Planen Sie aber auch für sich genügend Zeit ein. Eine gehetzte Mutter hat bestimmt nur halb so viel Spaß im Kühlen nass. Genießen Sie diese Zeit mit Ihrem Kind intensiv und stressfrei.

Der erste Badespaß sollte nicht zu lang sein. Da Babys die Körpertemperatur nicht regulieren können, reichen anfangs 10 Minuten aus. Nach spätestens einer halben Stunde sollten auch die größten Wasserratten das Becken verlassen.

Nach dem Baden unbedingt auch das Baby abduschen, um das Chlor von der empfindlichen Haut zu waschen. Eine geeignete Creme hält diese dann geschmeidig und gesund.

9. Hat das Babyschwimmen Nachteile?

Kritiker warnen vor allem vor dem Infektionsrisiko in öffentlichen Bädern und verweisen auf Fälle von Atemwegsinfektionen, Magen- und Darmerkrankungen und Ohrenentzündungen. Diese resultieren natürlich aus einem nicht ausgereiften Immunsystem der kleinen Erdenbürger.

Ganz auszuschließen ist das natürlich nicht, allerdings kann man mit der Wahl eines Schwimmbades, in dem kaum Chlorgeruch herrscht und einer Impfung gegen Rotaviren das Risiko einer Erkrankung wesentlich senken.

10. Welche Vorteile hat das Babyschwimmen?

Beim Babyschwimmen wird nicht nur die Bindung von Mutter (oder Vater) und Kind durch den engen Körperkontakt gestärkt, auch das Herz-Kreislauf-System wird gekräftigt und die Lungenfunktion verbessert. Durch das Planschen im Wasser wird laut Studien sogar die Umstellung von reflexartiger auf motorisch gesteuerter Atmung unterstützt.

Experten sagen weiterhin, dass sowohl Grob- als auch Feinmotorik geschult und Körpergefühl und Koordination verbessert werden. Das Wasser regt alle Sinne Ihres Kindes an, stimuliert die Bewegungsfähigkeit und fördert die Konzentration. Als erwiesen gilt auch, dass motorische Abweichungen im Hals-Kopf-Bereich sich bei „Schwimmkindern“ schneller zurückbilden als bei ihren Altersgenossen.

So stehen doch eine Reihe positiver Aspekte im Vordergrund und sprechen ganz klar für einen Besuch eines solchen Schwimmkurses. So hat nicht nur Ihr Kind viel Spaß und wird gefördert, auch Sie als Mama kommen unter Gleichgesinnte und können sich austauschen.