Kita- und Schul-Belohnungssytem

Kita- & Schul-Belohnungssytem

Belohnung statt Strafe – Die 10 Strahlen der Sonne

Um Kinder richtig zu motivieren, gibt es viele Thesen, etliche Bücher und noch mehr kontroverse Diskussionen. Eine tolle Idee, wie man Kinder auf eine pädagogisch wertvolle und wirksame Art und Weise an Regeln gewöhnen kann, habe ich aus einer Grundschule mitgenommen.

Diese fand ich so toll, dass ich hier gern Eltern und Erziehern gleichermaßen davon erzählen möchte, denn wer weiß, vielleicht ist ja genau diese Idee auch etwas für Sie und Ihre Kinder oder zumindest einen Versuch wert.

Eine Sonne und ihre Strahlen

Als ich das Klassenzimmer einer ersten Klasse an der Grundschule betrat, fiel mir eine Reihe von gelben Kreisen mit mehr oder weniger vielen Wäscheklammern auf, die an einer Wand des Zimmers prangten. Ein Kind bemerkte offensichtlich, dass ich etwas fragend vor den runden Gebilden mit Namen und Fotos stand, dessen Sinn und Zweck sich mir nicht ganz erschloss.

„Das ist meine Sonne“, zeigte der Knirps strahlend auf eines der Teile. „Mir fehlen erst 2 Strahlen und die Emily hat sogar noch gar keinen verloren.“ Als die Lehrerin unsere Unterhaltung mitbekam, erklärte sie mir das Prinzip dieses Systems.

Vom Kindergartenkind zum Schulkind – ohne zu überfordern

Während einige Erzieherinnen bereits im Vorschuljahr beginnen, die Kleinen langsam auf den Schulalltag vorzubereiten, kommen manche Gruppen völlig unbedarft und immer noch verspielt im Klassenzimmer der ersten Klasse an. Von heute auf Morgen wird dann erwartet, dass sie die Regeln der „Großen“ beherrschen.

„Das überfordert viele Kinder“, sagte mir die Lehrerin. Konnten Sie doch noch letzte Woche den ganzen Tag spielen, nur unterbrochen von einer Stunde Beschäftigung in der Kita, müssen sie von einen auf den anderen Tag plötzlich 4 bis 5 Stunden still sitzen, sich melden, wenn sie antworten möchten, warten, bis sie an der Reihe sind, wenn sie eine Frage haben, Aufgaben wie Tafeldienst oder Blumen gießen übernehmen, an all ihre Sachen alleine denken, einen neuen Alltag organisieren, ihre Pausen selbstständig einteilen und, und, und.

Viele Kleinigkeiten, die für Erzieher, Eltern oder auch Lehrer oft selbstverständlich scheinen, sind für die Kleinen eine riesige Aufgabe, die sie nicht von jetzt auf gleich bewältigen können.

Woche für Woche eine Regel nach der anderen

Um die Kinder so nicht zu überfordern, werden in dieser ersten Klasse die Regeln des Schulalltags nach und nach eingeführt und so kommt es zum Beispiel in der ersten Woche erst einmal nur darauf an, dass es die Kinder schaffen, während des Unterrichts auf ihren Plätzen sitzen zu bleiben.

Wurde das gemeistert, lernen sie in der zweiten Woche das Pausenverhalten, in der dritten Woche das Melden im Unterricht und in der vierten Woche das Stillsein. So können sich die Kinder langsam nach und nach an alle Regeln für die nächsten 10 bis 13 Jahre gewöhnen und verlieren nicht gleich die Lust an der Schule.

Belohnungen statt Strafen

Während manche Lehrer mit Einträgen ins Hausaufgabenheft bei Fehlverhalten drohen, setzt man in dieser ersten Klasse auf Belohnungen. Und dort kommt nun die besagte Sonne der Kinder ins Spiel.

Am ersten Tag bastelte jedes Kind im Unterricht eine solche Sonne und klebte in die Mitte ein Foto von sich. An jede Sonne kommen nun zu Beginn jeder Woche 10 Strahlen in Form von Wäscheklammern.

Ziel für die Kinder ist es, am Ende der Woche möglichst alle Strahlen noch an der Sonne zu haben, denn dann wartet eine Belohnung auf die Erstklässler. Das kann ein Tag ohne Hausaufgaben sein, oder es darf sich im Sportunterricht ein Spiel aussuchen. Für jedes Fehlverhalten, also ein Nichtbeachten der gelernten Regeln, verliert das Kind einen Strahl, kann sich diesen jedoch mit einer besonderen Leistung wieder verdienen.

Ein positives Erlebnis von Anfang an

Ich finde dieses Modell klasse, suggeriert es doch den Kindern von Anfang an, dass man mit Anstrengung Gutes erreichen kann und man für tolle Leistungen belohnt wird. Es lernt für sich und nicht für den Lehrer oder für Mama. Wenn es sich anstrengt, hat es selbst einen Vorteil davon. Klasse!

Doch kann man das auch im Kindergarten anwenden? Diese Lehrerin meint ja, denn sie plädiert dafür, dass die Kinder im letzten Kindergartenjahr nicht nur in Sachen Feinmotorik und Stifthaltung auf die Schule vorbereitet werden, sondern vor allem auch in Dingen wie Geduld, Stillsitzen, Selbstorganisation, Melden usw.

Das können Sie in Vorbereitung auf einen gelungenen Schulstart tun

„Viele Kinder können mittlerweile ihren Namen schreiben, wenn sie in die Schule kommen. Völlig überflüssig, da sie mit den Buchstaben ohnehin nichts anfangen können und den Namen daher eher malen. Aber 45 Minuten still sitzen, warten, bis man an der Reihe ist, auch wenn man ganz dringend etwas mitzuteilen hat oder sich während der Beschäftigung auch mal zu melden, wenn man antworten will, das lernen viele Kinder in Vorbereitung auf die Schule leider viel zu wenig.“, bemängelt sie.

Wer also den Lehrern und vor allem auch seinem Kind den Start in den Schulalltag erleichtern will, kann bereits im letzten Kindergartenjahr, statt Buchstaben, spielerisch ein paar kleine Regeln vermitteln und das Kind für tolle Leistungen belohnen. So lernt es unbewusst und kann trotzdem noch Kind sein. Das ist das Wichtigste, denn der Ernst des Lebens beginnt noch früh genug.

Ich hoffe, dieser Tipp hat ihnen gefallen. Habe ich noch was vergessen?
Gerne können Sie diesen Beitrag für alle Eltern ergänzen.
Hinterlassen Sie doch hier einfach einen Kommentar.
Mit lieben Grüßen, Ihr Kindergartenfotograf, Ralf Schmidt

Ihre Fragen oder Nachricht an mich.

Sie haben noch Fragen an mich?
Sie möchten wissen, ob Ihr Wunschtermin noch frei ist?

Dann rufen Sie mich doch bitte jetzt an: 0211 53670837

Oder schreiben Sie mir doch schnell ein E-Mail:
ralf@littlekids-fotos.de

Ich antworte Ihnen so schnell wie möglich!
Mit lieben Grüßen, Ihr Kindergartenfotograf Ralf Schmidt

Kindergartenfotograf Ralf Schmidt,  www.littlekids-fotos.de